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Risiken für den Jagdhund

Auch wenn es komisch klingt, Schutzwesten für Jagdhunde können helfen Übernachtungskosten zu sparen.
„Kommst Du mir ohne Hund zurück, dann kannst Du gleich im Hotel bleiben.“
So, oder ähnlich, werden Waidgenossen nicht selten von Ihren Ehefrauen zum Jagdeinsatz verabschiedet.

Die mit Abstand größte Gefahr für die Hunde ist dabei nicht der dicke Keiler, sondern der Straßenverkehr.
Mehr als die Hälfte aller tödlich verunglückten Jagdhunde sterben beim überqueren der Straße.
Als zweitgrößte Gefahr  folgt dann der Kontakt mit wehrhaftem Wild, vornehmlich den schwarzen Gesellen.
Außerdem kann es passieren, dass Jagdhunde versehentlich beschossen werden, sich an spitzen Ästen schwer verletzen, oder an vereisten Gewässerrändern einbrechen. Kleinere Jagdhunde können bei Beißereien mit den größeren Kollegen schweren Schaden nehmen, oder für immer spurlos verschwinden, wenn sie in einen unbekannten Fuchs- oder Dachsbau einschliefen.
Das Risiko, von einer Bache totgebissen zu werden, ist für die kleinen Hunde ebenfalls deutlich größer.
Der Dachs und auch der Waschbär sind zwei wehrhafte Gegner, die den Jagdhunden ebenfalls schweren Schaden zufügen können.
Die Begegnung zwischen Jagdhund und Wolf ist bisher eine absolute Seltenheit, aber wenn dieser Zufall eintritt,  dann hat der Jagdhund kaum eine Chance.

Risiko-Minimierung

Die Unfallgefahr im Straßenverkehr lässt sich verringern, wenn der Hund durch eine Signalweste, oder eine Schutzweste mit auffälliger Färbung deutlich gekennzeichnet ist. Wenn er durch Bäume und Büsche auf die Straße zuläuft, ist er so für den Autofahrer ein paar Sekunden früher zu sehen und das kann ihm unter Umständen das Leben retten.

Die Westen sollten außerdem unbedingt über allseitige Reflektionsstreifen verfügen, damit der Hund auch im Dunkeln am Straßenrand rechtzeitig gesehen wird.
Einen verletzten, oder verschollenen Hund könnten Sie im Dunkeln ohne diese Reflektionsstreifen niemals finden und bei den spätherbstlichen Drückjagden beginnt die Dämmerung oft schon kurz nach dem Jagdende.

Das Risiko des versehentlichen Beschusses wird durch eine Weste mit Signalwirkung ebenfalls deutlich verringert. Eigentlich sollte man annehmen, dass es sogar gegen Null geht, aber der „schnelle Finger“ einiger Waidgenossen sorgt für ein Restrisiko. Es sind leider tatsächlich schon Jagdhunde mit Schutz- oder Signalweste erschossen worden.

Das Risiko der mechanischen Verletzungen lässt sich durch eine Hundeschutzweste deutlich reduzieren.
Durch den Stichschutz dieser Westen können Verletzungen durch Keilerwaffen, spitze Äste oder Geweihenden wirkungsvoll verhindert, oder zumindest in ihrer Schwere deutlich verringert werden.
Auch vor offenen Bißverletzungen bieten solche Westen einen sehr guten Schutz.

Eine Schutzweste für Jagdhunde muss dabei zwei völlig gegensätzliche Forderungen erfüllen: 
Sie soll dem Hund maximalen Schutz bieten und ihn gleichzeitig überhaupt nicht behindern.
Beides zu 100% geht natürlich nicht und daher ist der bestmögliche Kompromiss gefragt.

Schutzweste oder Schutzanzug?

Natürlich möchte jeder Hundeführer, dass sein treuer Gefährte völlig unversehrt bleibt.
Ein Jagdeinsatz ohne jede Gefährdung des Hundes ist aber leider nicht möglich.
Auch mit Schutzweste bleibt immer ein Restrisiko. Der Hund kann im Kopfbereich schwer verletzt werden, direkt unter dem Fang kann immer noch die Halsschlagader getroffen werden, auch die Adern der Läufe können aufgerissen werden und der Biss einer Bache ins Genick, über das Rückgrat oder den Brustkorb ist selbst mit Weste lebensgefährlich.
Wenn wir den Hund in einen kompletten Schutzanzug stecken würden, dann mutiert er zur Statue. Vernünftig jagen könnte er so nicht.
Generell gilt: je mehr Stoff, umso höher das Gewicht (besonders im nassen Zustand der Weste) und je stärker die Behinderung des Hundes.
Der beste Kompromiss zwischen Schutz und Einschränkung ist also gefragt.
Nach unserer Auffassung kommt daher nur eine  Weste in Frage, die lediglich die lebensgefährlichen Verletzungsbereiche von Hals, Brustkorb und Bauch abdeckt.
Die Vorder- und Hinterläufe müssen unbedingt frei bleiben, damit der Jagdhund laufen und schwimmen kann.
Die Ausschnitte für die Vorderläufe dürfen nicht zu knapp sein, sonst wird die Weste hier durch die Bewegung scheuern.
Die Weste muss dem Hund möglichst gut passen. Ist sie zu groß, dann rutscht sie am Hund bei  jedem Schritt hin und her und der Hund läuft sich wund.
Der Hals soll weitgehend bedeckt sein, die Weste darf aber nicht unter den Fang drücken, sonst mag der Hund die Nase nicht mehr auf den Boden nehmen.
Ist die Weste hinten am Rücken zu lang, dann stört sie beim hinsetzen.
Beim Rüden muss die Weste im Penisbereich ausgeschnitten sein, damit sie dort nicht scheuert und damit er nicht in die Weste pinkelt. Dadurch ist der Bauchbereich des Rüden leider nicht so gut geschützt, wie bei der Hündin.
Ganz wichtig  – an der Außenseite der Weste dürfen keinerlei  Riemen, Schlaufen oder Laschen sein, sonst besteht das Risiko daran hängen zu bleiben.
Hängen bleiben ist lebensgefährlich, wenn sie ihren Hund dann nicht wieder finden, wenn es dummerweise beim Kampf mit dem Keiler oder der Bache passiert oder wenn es im Bewuchs an Gewässerrändern passiert.

Wie viel darf die Schutzweste für den Jagdhund wiegen?

Nach unserer Auffassung braucht der „Spitzensportler Jagdhund“ unbedingt eine möglichst leichte Weste, sonst kann er keine Spitzenleistungen erbringen.
Jagdhundeschutzwesten, die schon im trockenen Zustand 1 kg und mehr wiegen, sind für uns ein absolutes No-Go.
Wir verzichten bewusst auf ein System zur Größenverstellung an unseren Westen, weil so etwas immer zu einem erheblichen Mehrgewicht führt.
Da wir jede einzelne Weste ganz individuell  nach den Maßen des Hundes schneidern, ist so ein System auch überflüssig und wir können dem Jagdhund diesen Ballast ersparen.
Unsere Schutzwesten wiegen je nach der Größe des Hundes und je nach der Stichschutzklasse zwischen 200 und 650 Gramm.
Und diese Werte sind keine Werbemogelpackung, sondern absolut real.
Die 650 Gramm gelten dann für einen 40 kg-Hund und die höchste Stichschutzklasse von 2200 N.

Wie viel Stichschutz braucht eine Jagdhundeweste?

Das ist nicht so einfach zu beantworten. Die Kräfte, die bei einem Keilerangriff auf die Weste einwirken, können nicht im Labor gemessen werden. Sie hängen von sehr vielen Faktoren ab, wie zum Beispiel der Stoßkraft des Keilers, dem Auftreffwinkel des Schlages, der Form und Schärfe der Keilerwaffen, dem Gewicht (Massenträgheit) des Hundes, der Stellung des Hundes zum Schwein, bremsende Hindernisse hinter dem Hund wie Schilf, oder Sträucher und so weiter.
Unzweifelhaft ist aber jede Schutzweste, die den Hund nicht behindert, besser als gar keine Weste.
Sie ist sozusagen eine zweite sehr stabile Haut und wird die Eindringtiefe der Keilerwaffen zumindest verringern. Anstelle eines lebensbedrohlichen offenen Brustkorbes hat der Hund dann vielleicht nur einen blauen Fleck oder eine oberflächliche Fleischwunde und überlebt leicht verletzt.

Kleine Hunde werden durch einen Schlag viel eher weggeschleudert als große Hunde.
Daher muss  der Stichschutz für einen großen, schweren Hund auf jeden Fall deutlich höher sein, als für den Kleinen Hund.

Nach unserer Erfahrung sollte jede Schutzweste für den kleinen Jagdhund einen Stichschutz von mindestens 800 bis 900 N aufweisen (gemäß Prüfung nach DIN EN 13567 – Durchstoßfestigkeit von Fechtsportbekleidung). Eine DIN-Norm speziell für den Stichschutz von Hundeschutzwesten gibt es leider noch nicht.
Dieser  Wert bietet für kleine, leichte Hunde schon einen sehr guten Schutz. Absolut durchschlagsicher ist so eine Weste aber noch nicht.
Nach unseren Erfahrungen werden bei einem Keilerangriff von 10 Schlägen etwa 2 bis 3 diese Weste noch durchdringen.
Das heißt, in 70-80% aller Fälle verhindert diese Weste eine offene Wunde wirkungsvoll. In den verbleibenden 20-30% der Fälle hat die Weste dem Hund ebenfalls sehr viel genützt, denn die Wunde ist auf jeden Fall deutlich geringfügiger als ohne Weste.
Der Biss einer Bache, oder eines anderen Hundes, schafft es mit ziemlicher Sicherheit nicht, diese Weste zu durchdringen.
Dass heißt offene Wunden durch Bisse verhindert schon eine 900N-Weste wirkungsvoll. Quetschungen und Brüche durch den Biss aber nicht.
Bekommt der kleine Hund eine Weste von 1400 N, so erhöht sich die Durchschlagsicherheit deutlich.
Jetzt wird von 10 Schlägen vielleicht noch einer die Weste durchstoßen.

Bei einem großen, schweren Hund sieht die Sache allerdings anders aus.
Er ist nach unseren Erfahrungen mit einer Weste von 900 N nicht ausreichend geschützt.
Natürlich ist aber auch so eine Weste viel besser als gar keine Weste.
Wir empfehlen für den großen Hund einen Stichschutz von mindestens 1400 N, der dann eine
Durchschlagsicherheit von etwa 70 – 80 % ergibt.
Bei einem Stichschutz von 1650 N erhöht sich die Durchschlagssicherheit auf etwa 80 – 90 %.

Von einem Durchschlag sprechen wir, wenn auch die innerste Lage unserer Westen beschädigt ist.
Die äußerste Gewebelage wird bei fast jedem Schlag in Mitleidenschaft gezogen.
Bei den meisten Durchschlägen ist das Loch der Innenlage nicht größer als 10 bis 15 mm, d.h. der Keilerzahn ist nur mit der Spitze, aber nicht komplett durchgedrungen.
Die Verletzungen der Hunde sind daher selbst bei einem Durchschlag der Weste im Normalfall nur geringfügig. Einige Hunde sind trotz Durchschlag sogar völlig unverletzt geblieben.

Wenn Sie Ihren Hund, abhängig von seiner Größe, mit einer Weste ausstatten, die einen Durchschlagschutz von 80 – 90 % bietet, dann ist die Gefahr einer tödlichen Verletzung im Bereich der Schutzweste, nach unseren Erfahrungen, nahe Null.

Wir empfehlen daher folgende Schutzklassen:

  • für  Hunde bis 10 kg die Schutzweste UL (890 N)
  • für  Hunde 10 bis 25 kg die Schutzweste ULS (1420 N)
  • für  Hunde 25 bis 40 kg die Schutzweste ULX (1665 N)
  • für  Hunde über 40 kg die Schutzweste ULXX (2200 N)

Für extrem wildscharfe und besonders gefährdete Hunde im Zweifelsfalle die nächst höhere Schutzklasse.

Warum nicht alle Hunde mit Westen von 2000 N und mehr ausrüsten?

Ganz einfach, weil die Westen mit höherem Stichschutz natürlich auch schwerer und steifer werden und weil somit die Einschränkung der Leistungsfähigkeit des Jagdhundes zunimmt.
Besonders der kleine Hund benötigt eine sehr leichte Weste, da bei ihm das Verhältnis Körpergewicht zu Schutzwestengewicht ungünstiger ist.
Außerdem sind kleinere Westen durch ihre Kompaktheit immer steifer als große Westen.

Gewebe für Hundeschutzwesten

Als Außenlage verwenden wir beschichtete Cordura-Gewebe. Diese sind in vielen Farben oder auch Tarndrucken erhältlich. Sie sind wasserabweisend und bieten einen guten Dornenschutz.
Durch Ihre hohe Reißfestigkeit tragen sie zur Schutzwirkung der Weste bei.
Der eigentliche Stichschutz wird dann jedoch durch die Innenlagen erreicht.
Hier verwenden wir Twaron- (Kevlar) und Dyneema-Gewebe.
Nur diese modernen und teuren High-Tech-Gewebe ermöglichen eine echte „Leichtbau-Hundeschutzweste“.
Es gibt leider immer noch Hersteller, die aus Kostengründen mit deutlich preiswerteren Stichschutzgeweben auf Polyesterbasis arbeiten. Man kann sicher auch mit diesen Geweben Jagdhundeschutzwesten bauen, nur um die gleiche Schutzwirkung zu erzielen, werden sie dann  etwa doppelt so schwer und doppelt so dick.
Bei der Verwendung von Kevlargeweben muss man beachten, dass diese nicht als Außenlage eingesetzt werden, da sie unter UV-Licht  schneller altern als andere Gewebe. Als Außenlage machen sie allerdings auch keinen Sinn, da es diese Gewebe nicht in Signalfarben gibt.
Im Inneren einer Weste verbaut, gibt es keine Alterung durch Lichteinwirkung.
Dyneema-Gewebe könnten theoretisch auch als Außenlage dienen, da sie lichtunempfindlich sind, aber auch diese Gewebe gibt es nicht in Signalfarben.

Neben den verwendeten Gewebematerialien wie Kevlar oder Dyneema ist natürlich auch das Webverfahren, also die Struktur des Gewebes entscheidend darüber, ob es sich als Stichschutz eignet und wie viel Schutz dieses Gewebe bietet.

Das Problem sinnvoller Keulenschutz

Laut einer statistischen Auswertung der Zeitschrift „Wild und Hund“ betreffen mehr als 20 % aller Verletzungen die Keulen des Hundes. Das ist auch nicht verwunderlich, denn wenn der Hund von der Sau abdreht um sich in Sicherheit zu bringen, dann erwischt es ihn zuerst am Hinterteil.
Ältere Hunde, die nicht mehr ganz so flink sind, betrifft dies besonders.
Diese Verletzungen sind meist nicht lebensgefährlich, aber es können sehr große und tiefe Wunden sein. Wenn Nerven, Sehnen oder das Waidloch des Hundes  getroffen werden, kann der Hund dauerhaft Schaden nehmen.
Wünschenswert wäre also ein vollständiger Keulenschutz, eine Art Schutzunterhose für den Hund.
Wer sich auf Bildern oder Videos einmal ansieht, wie weit die Hinterläufe des Hundes in der Laufbewegung von vorn nach hinten durchschwingen, wird erkennen, dass so eine Schutzhose leider unmöglich ist.
Sie würde verrutschen, den Hund wundscheuern und ihn massiv behindern.
Bleibt also nur die Möglichkeit, die Keulen mit der Weste zumindest seitlich abzudecken.
Sehr viel bringt aber diese seitliche Abdeckung nicht, dann je weiter sie nach hinten läuft umso instabiler wird sie und umso eher kann dieser „lose Stoff“ einfach umklappen.
Außerdem kommen diese Angriffe oft von hinten und der Keiler schlägt dann unter die Weste, egal wie lang diese seitlichen Abdeckungen sind.
Beim Rüden wäre ein verlängerter seitlicher Keulenschutz besonders instabil, denn seine Weste ist unter dem Bauch für den Penis weiter ausgeschnitten. Dadurch sitzt seine Schutzweste im hinteren Bereich nicht so stabil, wie bei einer Hündin.
Wenn ein Hund im Dornengesträuch rückwärts läuft, kann ein zu langer Keulenschutz sogar hinderlich sein.
Ebenso bei einem kleinen Hund, der aus der Bauröhre im Rückwärtsgang wieder heraus will.
An einem Riemen oder Gummiband, welches die beiden Keulenschutzhälften hinten verbindet, würde der Hund hängen bleiben und diesen auch vollsch……  . So etwas funktioniert also nicht.

Wenn wir den Hund nicht einschränken wollen, ist der Schutz der Keulen leider nur in geringem Maße möglich.

Verschlusssysteme für Hundeschutzwesten

Hundeschutzwesten benötigen einen zuverlässigen und langlebigen Verschluss, der auch bei Nässe und starken Verschmutzungen problemlos funktioniert  und das möglichst über mehrere Jahre.

Klettverschlüsse erfüllen diese Anforderungen nicht, denn sie verlieren ihre Haftkraft bei Verschmutzungen und Nässe sehr schnell.
Reißverschlüsse halten wir ebenfalls für ungeeignet, da sie unter den rauen  Einsatzbedingungen (Nässe. Schmutz, Schnee und Eis) zu störanfällig sind. Ein einzelner beschädigter Zahn verursacht bereits den Totalausfall.  Ein beschädigter Reißverschluss verursacht eine aufwendige Reparatur.

Wir haben uns für ein doppeltes Verschlusssystem mit Messing-Druckknöpfen entschieden.
Schmutz und Nässe können diesen Knöpfen nichts anhaben und sie schließen  über Jahre zuverlässig. Die Druckknöpfe funktionieren unabhängig voneinander. Das heißt,  der Verschluss hält, auch wenn ein einzelner Knopf ausfallen sollte. Der Austausch von defekten Druckknöpfen ist mit sehr geringem Aufwand jederzeit möglich.
Besonders extreme Belastungen für den Verschluss einer Hundeschutzweste entstehen, wenn eine Bache in die Weste beißt und daran herumzerrt.
Um auch für diesen Fall gewappnet zu sein, haben wir unseren Verschluss zusätzlich mit zwei  Loxx-Knöpfen abgesichert. Dies sind Knöpfe mit einer Sperrklinke, die enorme Zugkräfte übertragen können.  Auch diese  Knöpfe sind unempfindlich gegen Schmutz und Nässe.

Wasseraufnahme und Schwimmen mit Weste

Egal, was manche Herstellerwerbung verspricht, jede Hundeschutzweste wird im nassen Zustand deutlich schwerer. Nach unserer Erfahrung ist eine komplett durchnässte Weste etwa doppelt so schwer, wie eine trockene.
Umso deutlicher wird die Forderung nach einer Hundeschutzweste mit minimalem Gewicht.
Während der herbstlichen Drückjagden werden die Westen durch Regen oder taufeuchtes Gras bei fast jedem Einsatz nass.
Die wasserabweisende Außenlage unserer Westen verhindert jedoch eine komplette Durchnässung derselben, so dass sich auch die Gewichtszunahme in Grenzen hält.
So bald der Hund aber ins Wasser steigt, läuft das Wasser in die Weste hinein und sie ist komplett durchnässt.
Große und mittlere Hunde können mit unseren Schutzwesten problemlos auch sehr weite Strecken schwimmen. Wir hatten schon Vorstehhunde, die hinter der Sau her über große Gewässer geschwommen sind.
Die kleinen Hunde haben es etwas schwerer, da hier das Verhältnis Westengewicht zum Körpergewicht ungünstiger ist. Der kleine gut schwimmende Hund kann aber auch mit Weste problemlos schwimmen.

Ein Probeschwimmen mit der neuen Schutzweste kann in jedem Falle nicht schaden, damit Sie wissen, was Sie ihrem Hund zutrauen können.

Temperatureinsatzgrenzen für Hundeschutzwesten

Die Hunde regulieren Ihre Temperatur nicht wie wir Menschen über Schweißdrüsen, sondern hauptsächlich durch abhecheln über die Zunge.
Ihre Temperaturregulierung ist also durch eine Weste nicht eingeschränkt.
Ein Wärmestau unter der Weste ist nicht zu befürchten, da unsere Schutzwesten nicht hauteng anliegen und somit beim Laufen einen ständigen Luftaustausch zulassen.
Die zusätzliche Belastung für den Hund entsteht hauptsächlich durch das Tragen des „Zusatzgewichtes Hundeschutzweste“.
Nach unserer Erfahrung ist das Tragen einer Weste bei Temperaturen unter 20 Grad Celsius für den Hund völlig problemlos. Während der Haupteinsatzphase, der herbstlichen Drückjagden, spielt dieses Thema daher überhaupt keine Rolle.
Im Hochsommer, bei Temperaturen über 25 Grad, haben auch schon Jagdhunde ohne Schutzweste einen tödlichen Hitzschlag während des Einsatzes erlitten.
Bei sehr hohen Temperaturen gilt es also generell zu überlegen, den Hund einzusetzen, egal ob mit oder ohne Schutzweste.
Die Weste vor dem Einsatz nass zu machen, hilft nur kurzfristig, weil es den Hund durch die Verdunstung kühlt.
Ist der Hund aber länger als 20 Minuten weg, dann läuft er wieder mit einer trockenen Weste ohne „Kühlung“.

GPS-Taschen

Da immer mehr Hundeführer die moderne GPS-Ortungstechnik nutzen, steigt die Nachfrage, entsprechende Sender an der Hundeschutzweste zu befestigen.
Wir haben die Erfahrung gemacht, dass alles was man außen an die Westen anbaut, einem sehr starken Verschleiß unterliegt.
Die Hunde kriechen unter Koppeldrähten (oft mit Stacheldraht) hindurch, zwängen sich durch dichtes Dornengestrüpp und nehmen auch sonst keinerlei Rücksicht auf ihr „wertvolles Kleidungsstück“.
Eine außenliegende GPS-Tasche ist wie ein kleiner Rucksack und ist im Dornengesträuch oder Fuchsbau mit Sicherheit hinderlich und damit auch gefährlich.
Aus diesem Grund bauen wir solche Sendertaschen nur auf der Innenseite, im hinteren Bereich  der Westen ein. Hierfür dürfen die Sender dann allerdings nicht zu groß sein.
Als weiteren Vorteil können unbefugte Dritte den Sender so nicht ohne weiteres entnehmen, bzw. sie sehen gar nicht, dass der Hund überhaupt einen Sender trägt.
Große Sender oder Sender mit Antennen können die Hunde zusätzlich zur Weste als Halsung tragen.
Alternativ könnte man Sender, die mit Halsungen verschraubt sind, auch direkt mit der Hundeweste verschrauben. Durch die innenliegenden Schraubenköpfe ist ein unbefugter Zugriff von außen so ebenfalls erschwert.
Mögliche Behinderungen durch diese abstehenden Sender und Antennen sind aber nicht auszuschließen und müssen dann in Kauf genommen werden.

Mindestalter des Hundes

Damit der Hund seine Schutzweste auch über mehrere Jahre tragen kann, sollte er weitestgehend ausgewachsen sein.
Ob er in der Schulterhöhe noch zulegt, ist für die Weste unbedeutend, aber die Umfänge von Hals, Brust und Bauch sollten sich nicht mehr allzu viel ändern.  Außerdem sollte er auch in der Länge ausgewachsen sein.
Wir empfehlen daher ein Mindestalter von 18 Monaten. 
Kleine Hunde sind schneller ausgewachsen als große Hunde, so dass man die Grenze hier auch auf 16 Monate herabsetzen könnte. Bei großen Hunden sollten es aber wirklich 18 oder besser noch 20 Monate sein.
Dem viel zu jungen Hund eine Weste mit deutlicher Übergröße anzufertigen, macht keinen Sinn, denn niemand kann seine endgültigen Umfänge und seine endgültige Länge erraten.

Wie lange halten unsere Schutzwesten?

Das ist natürlich abhängig von der Zahl der Einsätze und von den Einsatzbedingungen.
Bei vernünftiger Pflege halten unsere Schutzwesten ohne Probleme 5 bis 6 Jahre.
Nach dieser Zeitspanne empfehlen wir eine neue Weste (egal von welchem Hersteller die Weste ist), denn jedes Gewebe unterliegt einer Alterung durch die Bewegung, durch Verschmutzungen, durch Nässe, durch Abrieb, durch Waschprozesse usw. und somit einer nachlassenden Schutzwirkung.

Im Normalfall benötigt der Jagdhund also zwei Westen im Laufe seiner Lebens-Einsatzzeit.

Gewöhnung des Hundes an die Weste

Die meisten Hunde machen nach dem ersten Anlegen der Weste ein paar komische Schritte, und wundern sich über Ihr neues Kleidungsstück. Mit etwas Ablenkung nehmen sie die Weste zwei Minuten später schon nicht mehr war.
Nach den ersten echten Jagdeinsätzen mit Weste, reagieren sie auf diese genau wie auf die Hundeleine und können es gar nicht mehr abwarten, dass es endlich losgeht.
Ausnahmen bestätigen die Regel und so hatten wir auch schon einen Hund, der sich geweigert hat, mit der Weste auch nur einen einzigen Schritt zu laufen. Da sind dann schmackhafte Bestechungsmittel gefragt.

Hundeschutzweste als Beißschutz?

Vor einiger Zeit hatten wir eine Anfrage einer Hundebesitzerin aus den USA.
Ihr kleiner Hund wurde schon mehrfach von ihrem großen Hund so heftig gebissen, dass er beim Tierarzt behandelt werden musste. Dem wollte sie nun vorbeugen und dem armen kleinen Kerl eine „Beißschutzweste“ zulegen.
Unsere Schutzwesten würden allerdings offene Wunden durch die Zähne des großen Wüterichs wirkungsvoll verhindern. Blaue Flecke und gebrochene Rippen aber nicht.
Nur welcher Hund möchte schon jeden Tag, von morgens bis abends, mit einer Schutzweste herumlaufen.
Wir haben der Dame empfohlen, noch mal mit Ihrem großen Hund zu reden.